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Ist Headbangen normal oder nicht? Was ist mit ständiger Bewegung oder der Angst vor Fremden oder neuen Situationen?

Da die Diagnoserate für Gesundheitszustände von Kindern wie ADHS, Autismus und sensorische Verarbeitungsstörungen gestiegen ist, fragen sich immer mehr Eltern, welche Verhaltensweisen rote Fahnen sind und welche völlig normal sind. Die normale oder nicht normale Frage hat jedoch keine einfachen oder offensichtlichen Antworten. Dies liegt daran, dass der Bereich „normalen“ Verhaltens und der Entwicklung sehr unterschiedlich sein kann und vom Alter, der Gesundheit, der Vorgeschichte und der Umgebung eines Kindes abhängt.

Hier sind sechs häufige Verhaltensweisen, die normal sein können oder nicht.

Angst

Normal: Trennungsangst - Angst vor Fremden und Bedrängnis, von einer Pflegekraft getrennt zu werden - ist von der zweiten Hälfte des ersten Lebensjahres eines Babys bis weit in die Vorschuljahre hinein völlig normal. Kindheitsängste wie die Angst vor der Dunkelheit sind ebenfalls unglaublich häufig. Auch körperliche Manifestationen von Angstzuständen wie Zappeln oder Haarwirbeln sind normal. Und obwohl es alarmierend aussehen mag, kann rhythmisches Schaukeln und Rollen - sogar bis zum Aufprall auf Wände - normal sein. Einige Kinder beruhigen sich, um auf diese Weise zu schlafen.

Nicht normal: Angst überschreitet die Grenze zu „nicht normal“, wenn sie die Funktionsweise eines Kindes beeinträchtigt. Kinder, die beispielsweise nach dem vierten Lebensjahr weiterhin starke Trennungsangst haben, können sich weigern, zur Schule zu gehen oder das Haus zu verlassen. In diesem Fall beeinträchtigt ihre Angst ihr Wachstum und ihre Entwicklung.

Panikattacken, die sich in intensiver Angst, Zittern, rasendem Herzschlag und Atembeschwerden äußern können, sind nicht normal, aber häufig. Behandlung kann helfen.

Haarziehen, das Haarausfall verursacht, wird als Trichotillomanie bezeichnet und betrifft bis zu 1 von 100 Kindern. Experten glauben, dass Trichotillomanie mit Angst verbunden ist.

Stimmungsschwankungen

Normal: Jugendliche sind bekannt für ihre Stimmungsschwankungen. Kleinkinder auch! Und Kinder erleben wie alle Menschen unterschiedliche Emotionen. Es ist völlig normal, traurig zu sein, wenn beispielsweise ein Freund wegzieht oder nach dem Tod eines Großelternteils.

Nicht normal: Plötzliche oder auffällige Stimmungsschwankungen - von sehr hoch bis sehr niedrig - können ein Symptom für eine bipolare Störung sein. Bei Kindern mit bipolarer Störung sind Stimmungsschwankungen extrem und gehen mit Veränderungen der Schlafmuster, des Energieniveaus und des Denkens einher. Experten sagen, dass bis zu einem Drittel der Kinder, bei denen eine Depression diagnostiziert wurde, tatsächlich eine bipolare Störung haben könnten.

Wutanfälle

Normal: Laut der American Academy of Pediatrics treten Wutanfälle zwischen 1 und 4 Jahren häufig auf. Kinder in diesem Alter möchten sofort befriedigt werden und sind frustriert, wenn ihre Wünsche nicht erfüllt werden. Wutanfälle sind ein normaler Ausdruck von Frustration bei Kleinkindern und Vorschulkindern, die noch keine starken Sprachkenntnisse und Selbstbeherrschung entwickelt haben.

Nicht normal: Wutanfälle, die nach dem vierten Lebensjahr anhalten, können ein Zeichen für Probleme sein. In der Tat können häufige Wutanfälle bei Vorschulkindern auch eine Bewertung rechtfertigen. Während fast alle Kinder im Vorschulalter (laut einer Studie 84%) Wutanfälle haben, haben nur etwa 9% tägliche Ausbrüche.

Experten empfehlen, eine professionelle Untersuchung in Anspruch zu nehmen, wenn die Wutanfälle Ihres Kindes häufig und intensiv sind, Verletzungen oder die Zerstörung von Eigentum verursachen oder von anderen beunruhigenden Symptomen wie Albträumen oder Klammern begleitet werden.

Unaufmerksamkeit und Impulsivität

Normal: Kleinkinder haben notorisch kurze Aufmerksamkeitsspannen. Dies gilt auch für Jugendliche, die sich nicht für das jeweilige Thema interessieren. Und impulsives Verhalten - wie das Springen von der Spitze einer Spielstruktur auf den Boden oder das Herausplatzen von Antworten - ist in der Kindheit häufig, insbesondere bei Jungen.

Nicht normal: Die Grenze zwischen normalen und abnormalen Aufmerksamkeits-, Aktivitäts- und Impulsivitätsniveaus ist fein und wird von Umgebung und Kultur beeinflusst. Experten beginnen, eine Diagnose einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) in Betracht zu ziehen, wenn die Unaufmerksamkeit, Aktivität und Impulsivität eines Kindes extremer sind als für ein Kind in diesem Alter zu erwarten, und wenn diese Verhaltensweisen zu Hause und in der Schule Probleme verursachen. Mögliche rote Fahnen sind ständige Bewegung (ohne erkennbaren Zweck), störendes Verhalten und Schwierigkeiten beim Erledigen von Aufgaben.

Aggression

Normal: Beißen und Schlagen sind für Kinder zwischen 1 und 3 Jahren völlig normal. Und Kämpfe - sowohl physisch als auch verbal - sind während der gesamten Kindheit üblich. Aber wenn Kinder wachsen und Selbstbeherrschung, verbale Fähigkeiten und Fähigkeiten zur Problemlösung entwickeln, nehmen solche Ausbrüche normalerweise ab.

Nicht normal: Häufiges oder schweres aggressives Verhalten kann ein Hilferuf oder ein Zeichen für einen psychischen Gesundheitszustand sein. Suchen Sie eine professionelle Beurteilung auf, wenn Ihr Kind anderen Menschen oder Tieren gegenüber grausam ist, Eigentum beschädigt oder häufig Kämpfe beginnt.